Johannes der Täufer, 12. Sonntag im Jahreskreis 2018 B

Liebe Gemeinde!

6 Monate liegen zwischen den beiden, zwischen Johannes dem Täufer und Jesus. Heute das Geburtsfest des Johannes und in 6 Monaten das Geburtsfest Jesu. Aber diese 6 Monate machen sehr viel aus. Nicht nur 6 Monate liegen zwischen den beiden. Nein, es liegen Welten zwischen Johannes und Jesus.

Johannes wird geboren als ein Kind alter Leute, denen man solch eine schöpferische Kraft nicht mehr zugetraut hätte. Aber er wird sehr etabliert geboren, in einer Familie mit höchstem Ansehen, man könnte sagen: Johannes war ein Pfarrerssohn.

Jesus wird geboren als ein Kind junger Leute, gezeugt unter Umständen, die so manche Phantasie aufkommen lassen. In einer Familie, die kein Dach über dem Kopf hat und umherwandert. Zwischen Johannes und Jesus liegen Welten: Der eine wird vom Pfarrerssohn zum Wüstenprediger. Und der andere, Jesus, er wird vom Schreiner zum Rabbi. Zwischen Johannes und Jesus liegen Welten.

Johannes geht in die Wüste, Jesus zieht es in die Städte. Johannes sehen wir fasten, einsam in der Wüste, Jesus sehen wir feiern, gemeinsam auf einer Hochzeit. Johannes predigt Buße und Umkehr, Jesus kündet den Gott der Liebe.

Ich staune, was Gott alles zusammenbringt. Er bringt Johannes und Jesus zusammen, er lässt sich finden in der Wüste, genauso wie in den Städten. Er ist denen nahe, die ihn Ehren durch ihr Fasten, genauso ist er bei denen, die ausgiebig zu feiern wissen. Was Gott alles zusammenbringt! Der Weg zu ihm heißt Umkehr und Buße, genauso wie Leben aus seiner Liebe.

Gott bringt das alles zusammen, weil es zusammengehört, wie Johannes und Jesus. Die frühe Kirchengeschichte gibt uns dafür ein Beispiel: Als die Christen immer mehr zuhause waren in den Städten, da zog es Männer und Frauen in die Wüste, um dort Gott zu begegnen, um dort Gott zu ehren, um dort das Rückgrat zu werden für die wachsende Kirche. Sechs Monate liegen zwischen Johannes und Jesus. Welten liegen zwischen den beiden. Aber alle Welt ist Gottes Welt. Es gibt kein Leben ohne Gott, es gibt keine gottlose Zeit, denn Gott ist in jeder Zeit Schöpfer des Lebens und Geber jeder Stunde.

Es gibt keine gottlose Welt, denn Gott lässt nicht fallen, diese Welt, die er aus Liebe geschaffen hat. Ich staune, was Gott alles zusammenbringt. Johannes und Jesus, Petrus und Paulus, Papst Benedikt und Papst Franziskus, sie und mich, ihre Familie und Freunde, die Menschen in unserer Gemeinde, Milliarden von Menschen, die Christen sind. Gott schafft das, das lernen wir an Johannes und Jesus. Amen.

Schreiben Sie einen Kommentar