15. Sonntag im Jahreskreis 2018 B

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In den Evangelien gibt es zwei große Aussendungen der Apostel: es handelt sich um eine erste, vorläufige Sendung, die noch vor dem Kreuzestod Jesu geschieht, und um eine zweite, endgültige Sendung, die nach seiner Auferstehung und vor seiner Himmelfahrt erfolgt.

Im Evangelium nach Markus, das wir an diesem Sonntag hörten, lässt Jesus die Apostel je zu zweit zu den Menschen gehen. Sie kommen nicht im eigenen Namen, sondern zu zweit, und zwar weil Jesus selber sie ausgesandt hat. Der Name Apostel bedeutet ja so viel wie Gesandter. Jesus selber ist auch ausgesandt, und zwar vom Vater im Himmel. Wenn die Apostel also je zu zweit zu den Menschen kommen, dann zeigen sie damit: Sie sind von Gott durch seinen menschgewordenen Sohn ausgesandt. Es muss also etwas Wichtiges sein, das sie verkünden und vollbringen sollen.

Was sollten die Apostel verkünden? Es heißt schlicht im Evangelium: sie „riefen die Menschen zur Umkehr auf“ (Mk 6,12). Umkehr heißt Gesinnungsänderung. Modern gesagt geht es um eine Wende hin zum Besseren. Dabei sollen sich nicht nur die äußeren Verhältnisse oder Strukturen ändern, sondern vor allem das Herz des Menschen. Die Botschaft von der Umkehr geht es um die Hinwendung zu allem Guten, vor allem zu Gott, der die Quelle des Guten ist.

Welche Werke aber sollten die Apostel vollbringen? Auch hier gibt das Evangelium dieses Sonntags Auskunft: Es geht um Heilung der Menschen von ihren leiblichen und seelischen Beschwerden. „Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“ (Mk 6,13)

Heute setzt diesen Dienst der Apostel die Kirche fort. Sie soll ja das Wort Christi den Menschen aller Völker und Zeiten verkünden. Die Peripherie ins Zentrum rücken –das ist die Absicht des Papstes Franziskus auf seiner Reise. Die bedeutendsten Augenblicke seiner Reisen sind in der Tat seine Begegnungen mit den Menschen: den am meisten benachteiligten, ärmsten, die die Verkündigung der frohen Botschaft brauchen.

Es ereignet sich Großes, auch wenn wir es nach außen hin nicht wahrnehmen! Christus der Herr selber wirkt durch seinen Heiligen Geist in den Herzen der Menschen.

Es sind oft die scheinbar kleinen Dinge, welche die Welt verändern.

Gerade die Urlaubs- und Erholungszeit bietet uns die Chance, wieder aufmerksam zu werden für das Wesentliche in unserem Leben. Geben wir dabei auch dem Wort Gottes eine Chance, wie wir es in der Heiligen Schrift finden und wie es uns die Kirche verkündet. Dieses Wort wird wachsen in unserem Herzen, wenn es gläubige Aufnahme findet. Es ist ein Licht für unseren Weg, und unser Herz wird mit Freude und Hoffnung erfüllt.

So machen auch wir uns wie die Apostel auf den Weg, denn wir sind vom Herrn selber in Taufe und Firmung ausgesandt als Boten seiner Liebe zu jenen Menschen, denen gerade wir die frohe Botschaft durch unser Wort und Leben kundmachen können! Amen.

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