18. Sonntag im Jahreskreis 2018 B

Heute haben wir die Fortsetzung des Evangeliums vom vergangenen Sonntag gehört. Bestimmt erinnern wir uns an den Bericht von den vielen Menschen, die Jesus gefolgt waren, um seine Predigt zu hören. Als es Abend wird, will Jesus ihnen zu essen geben. Ein Bub hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische mitgebracht. Diese gibt er Jesus, der sie segnet und unter die Leute verteilen lässt. Alle werden satt, und es bleibt sogar noch etwas übrig. Am nächsten Tag suchen die Leute wieder Jesus, der sich zum anderen Ufer des Sees zurückgezogen hat.

Jesus ist ein bisschen enttäuscht von den Leuten, denen er am Vortag von Gottes Liebe erzählt hat und die durch ihn satt geworden sind. Jetzt suchen sie ihn nicht, weil er ihr Freund sein will, sie versteht und für sie da sein will. Sie suchen ihn, weil er ihnen schon einmal Brot gegeben hat und weil sie hoffen, noch mehr von ihm zu bekommen. Jesus weiß, dass die meisten von diesen Leuten arm sind und dass es für sie keine Selbstverständlichkeit ist, immer etwas zu essen zu haben. Er kann also verstehen, dass sie dem Brotgeber nachlaufen, aber er hatte gehofft, dass sie in ihm noch etwas anderes sehen als einen Sattmacher.

Jesus will für diese Menschen der Heiland sein, der ihnen Kraft und Hoffnung gibt und ihr Vertrauen ins Leben stärkt. Er will sie empfänglich machen für die Liebe. Jesus will ihnen bewusst machen, dass ein erfülltes Leben mehr braucht als einen satten Bauch, einen vollen Kleiderschrank oder ein schönes Haus. Das, worauf es im Leben ankommt, ist nicht käuflich. Es muss einem geschenkt werden.

Und hier sind wir wieder bei unserem heutigen Evangelium. Jesus weiß, dass die Menschen mehr brauchen. Er weiß, dass viele Menschen aus Sorge um diese täglichen Notwendigkeiten vergessen, dass auch ihre Seelen Nahrung und Pflege brauchen. Jesus will für die Menschen, die ihm folgen, sein wie Brot. Er will ihre Sehnsucht nach Liebe und Verständnis stillen; er will ein offenes Ohr haben für die, die jemanden zum Reden brauchen; er will sich Zeit nehmen für alle Bedürfnisse der Menschen.

Das sagt uns Jesus in jeder Messfeier, wenn er sich uns im verwandelten Brot schenkt. Wenn wir dieses Hl. Brot empfangen, dann will Jesus uns ganz nahe sein.

Er will uns stark machen für ein Leben als Christen, ein Leben, in dem auch wir versuchen, wie Brot für andere zu sein.

Wenn uns das gelingt, dann nehmen wir wahr, was die Menschen unserer Umgebung nötig haben: ein freundliches Wort, eine Umarmung, ein offenes Ohr, einen guten Rat oder eine helfende Hand. Amen.

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