Verleihung „Hypo-Umwelt-Förderpreis“

Schönen guten Abend,

mein Name ist Rochus Schertler. Ich bin beruflich als Naturschutzbeauftragter der Bezirkshauptmannschaft Bludenz tätig und ehrenamtlich als „stellvertretender Obfrau“ des Naturschutzbundes Vorarlberg.

Ich möchte Ihnen hiermit den ersten Preisträger des Hypo-Umwelt-Förderpreises vorstellen, der mit 3.000 Euro unterstützt wird. Und dieser Preis geht an: Die Arbeitsgruppe zum Tier- und Umweltschutz der Pfarrgemeinde Nenzing mit Ihrem Projekt „Bewahrung der Schöpfung“

Was hat es mit dieser Gruppe auf sich?

  • Vor nunmehr sechs Jahren schlug Dr. Hubert Lenz als Pfarrer der Gemeinde Nenzing vor einen Umweltbeauftragten für die Pfarre zu nominieren und zB das Thema Klimaschutz näher in die Mitte des Alltagsgeschehens zu rücken.
  • Diese Anregung führte zur Gründung der Arbeitsgruppe „Bewahrung der Schöpfung“ unter der Leitung von Herrn Harald Mark, Frau Mag. Isabella Pack, Frau Christl Pack und Frau Hirschauer.
  • Dieser Personenkreis möchte durch öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Filmabende und konkrete Aktionen sowie regelmäßige Zeitungsartikel die Bevölkerung zum Nachdenken und zu Verhaltensänderungen hin zu klimafreundlicher und umweltgerechter Lebensführung anregen.
  • Dabei bilden die Themen Mobilität, verantwortungsvoller Energiegebrauch und intelligentes Konsumverhalten sowie nachhaltige und ethische Lebensweise die Schwerpunkte der Arbeitsgruppe. Sie führt uns aber nicht nur die hohe Brisanz des globalen Umweltwandels vor Augen, sondern will vor allem auch Lösungen aufzeigen und klarmachen, dass jeder einzelne etwas dazu beitragen kann, die uns allen drohenden Katastrophen abzumildern.
  • Dabei setzt diese Gruppe engagierter Menschen nicht auf frommes Hoffen, sondern unterstreicht in erster Linie die Eigenverantwortung jedes Individuums und zeigt auf, wie viel man gemeinsam mit kleinen Schritten erreichen kann. So wurde etwa einfach, um verstärkt in der Region erzeugte Lebensmittel an die Frau bzw den Mann zu bringen, eine Nahversorgerliste zusammengestellt und weitum verteilt. – Eine wertvolle Anregung zum Kauf von auf kurzem Wege verfügbaren Lebensmitteln.
  • Zu Themen wie dem Energie-Sparen und dem umweltverträglichen Feiern des Weihnachtsfestes wurden ebenso Vorträge, Film- und Lichtbildvorführungen veranstaltet wie zu den „Grenzen des Wachstums“ und sanfter Mobilität. Sogar ich selbst wurde von der umtriebigen Gruppe schon mit meinem Vortrag „Die Landschaft der 10.000 Dinge – ein liebevoll-kritischer Blick ins Ländle“ vor interessiertes Publikum ins Nenzinger Pfarrheim eingeladen.
  • Daneben werden aber auch konkrete Arbeitsaktionen wie die Fahrradputzaktion „Frühlingserwachen“ und die Teilnahme am Mobilitätspreis von der engagierten Gruppe mit hoch gekrempelten Ärmeln und viel Herz angegangen.

Weshalb haben wir von der Jury dieses Projekt ausgewählt?

  • Wir halten das Projekt „Bewahrung der Schöpfung“ für besonders wertvoll, weil es sich um ein umfassendes Konzept handelt, das auf breiter Basis dem Natur- und dem Klimaschutz dient
  • . Bemerkenswert ist der lange Atem und die schier unerschöpfliche Energie des Projektteams das bereits seit 2007 gemeinsam arbeitet und derweil nichts an Strahlkraft verloren hat.
  • Ebenso hervorheben wollen wir als Jury aber auch die besondere Stellung und den Hintergrund der Arbeitsgruppe. Die katholische Kirche ist nicht nur eine spirituelle Instanz und moralische Größe in Vorarlberg. Sie ist auch einer der größten Grundbesitzer des Landes und trägt damit in unseren Augen eine sehr konkrete Verantwortung für Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz.
  • Die Arbeitsgruppe Bewahrung der Schöpfung ergreift hier die Initiative und wird aktiv wirksam. Damit leistet sie eine wertvolle Pionierarbeit und ist ein herausragendes Vorbild für weitere kirchliche Einrichtungen und sogar andere religiöse Gemeinschaften.
  • Fotos (Quelle Hypobank Vorarlberg)

Schreiben Sie einen Kommentar