3. Fastensonntag 2020 – A

In diesem Evangelium ist manches sehr ungewöhnlich: Da wird von einer samaritischen Frau berichtet, die ihrer alltäglichen Gewohnheit nachgeht – sie holt an einem Brunnen Wasser.

Aber auf einmal wird diese Gewohnheit zu etwas Neuem, und dieses Neue verändert ihr ganzes Leben, krempelt es total um: Die Begegnung mit Jesus von Nazaret gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Es verläuft in einer völlig anderen Spur.

Ich bin davon überzeugt: Das kann auch uns passieren – mitten im Alltag, wo wir etwas zum 100. oder zum 1000. Mal tun – da kann Neues einbrechen. Das Evangelium will uns Mut machen, damit auch ernsthaft zu rechnen, dass in unserem Leben immer wieder Neues möglich ist –

mitten im Alltag.

Im Gespräch zwischen Jesus und der Frau geht es zunächst nur ums Wasser und um die Mühe, die es macht, wenn man es immer wieder aus dem Brunnen schöpfen muss. Die Samariterin versteht zunächst nicht, was dieser Jesus von ihr will.

Sie spricht vom Wasser aus dem Brunnen – Jesus spricht aber von einem anderen Wasser; vom Wasser des Lebens.

Er wechselt die Gesprächsebene und trifft damit auch uns. Welche Wendung, welche Richtung gebe ich meinem Leben? Womit stille ich meinen Lebensdurst? Oder anders gefragt: Wer oder was stillt meinen Lebensdurst? Flüchtige Beziehungen, der Traumurlaub, das Glücksspiel, das neue Auto, die Karriere?

Aber wir kennen wahrscheinlich auch die Erfahrung: Das hält alles nur für kurze Zeit, wenn überhaupt. Und zurück bleibt eine große Leere.

Im Evangelium führt Jesus die Frau behutsam weiter, bis sie schließlich zu ahnen beginnt, was mit diesem Wasser des Lebens gemeint ist.

Das Gespräch gelingt, es wird zu einer inneren Begegnung von Mensch zu Mensch. Die Samariterin erkennt in Jesus den Propheten. Und die Begegnung, das Gespräch mit ihm wird für sie schließlich selbst zu einer Quelle.

Jesus sagt: „Das Wasser, das ich dem, der glaubt, geben werde, wird in ihm zur Quelle werden, die Wasser für das ewige Leben ausströmt.“

Die Frau darf ihren Durst an dieser Quelle löschen und wird gleichzeitig selber zu einer Quelle, von der andere Menschen trinken können.

Und dann – trommelt sie alle anderen zusammen, damit sie diesen Jesus kennenlernen, von ihm hören, ihn erfahren können, – damit deren Leben in Bewegung kommt, damit auch deren Leben verändert wird, damit es sich öffnen kann für Gott, der allen Menschen Leben in Fülle schenken will.

Jesus sagt ihr und dadurch uns allen: Diese Quelle liegt in dir selber. Entdecke sie und verschenke das lebendige Wasser, das in dir sprudelt.

Nehmen wir uns jetzt einen Augenblick Zeit, um darüber nachzudenken, wie unser Leben bisher verlaufen ist: Aus welchen Quellen lebe ich?

Wo sind die Menschen und wer sind die Menschen,

die mir zu einer Lebensquelle wurden? Welche Begegnungen haben mich verwandelt oder verändert?

Und – wie kann selbst ich zu einer Lebensquelle für andere werden? Amen.

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