3. Fastensonntag – A

„Er ist wirklich der Retter der Welt.“
Liebe Schwestern und Brüder, mit diesem Satz endet unser heutiges Evangelium. Und dieser Satz ist ein Glaubensbekenntnis. Überraschenderweise kommt dieses Glaubensbekenntnis jedoch nicht aus dem Mund der gläubigen Juden, sondern aus dem Mund der Samariter.

Da ist Jesus unterwegs – und zieht durch das Gebiet der Samariter. Eigentlich ziemlich gewagt, denn die Samariter gelten, wie gesagt, für Juden als Ungläubige. Und wer Land der Ungläubigen betritt, macht sich selbst auch unrein. Aber mit solchen religiösen Ansichten hat Jesus anscheinend keine Probleme. Im Gegenteil, er bittet auch noch eine Samariterin in der Mittagshitze um einen Schluck Wasser.

Aber genau so, trotz dieser eigentlich unmöglichen Gegebenheiten entwickelt sich ein Gespräch, das am Ende in ein Glaubensgespräch mündet und das Leben dieser Frau so total verändert. 

Wie spannend: Ein Glaubensgespräch – nicht in einem geschützten Raum, nicht in einem Gotteshaus, sondern an einem Brunnen, mitten auf der Straße, mitten unter den Menschen.

Ein Glaubensgespräch, das sich für die damalige Zeit so sicher in keiner Weise gehört hat. So was war für die Frommen eine Sünde – dass aber so vieles verändert und verwandelt. Ein Gespräch, das heilt, aufrichtet.

Aber so etwas „Anstößiges“ steht in der Bibel, in unserer Heiligen Schrift. Ob es da nur drinsteht, damit wir es bewundern? Oder ob es drinsteht, damit wir es auch so machen?
Ich vermute ja, es ist uns aufgeschrieben, damit wir es auch so machen, damit wir es nachmachen – und zwar Jesus nachmachen. 

In den vergangenen Tagen gab es einige Berichte über die Kritiker von Papst Franziskus. Sie werfen ihm vor, dass er zu wenig festschreibt, dass er zu wenig definiert, so wie man das bisher von den Päpsten gewohnt war. Man kann es nicht ertragen, dass er „nur“ Möglichkeiten aufzeigt – und dann schweigt, ohne weitere Vor-Schriften zu machen. Man fühlt sich alleingelassen – allein mit seinem eigenen Gewissen und seiner eigenen Verantwortung.
Aber der Papst kennt wohl seine Hl. Schrift. Er vertraut wohl auf den Herrn der Kirche und dessen Hl. Geist. Und er weiß, dass alle Getauften Anteil haben an diesem Gottes-Geist. Schließlich hat Gott ihn uns geschenkt – in Fülle.

Liebe Schwestern und Brüder,

die österliche Bußzeit lädt uns ein zur Besinnung. Führen wir nur harmlose Gespräche über das Wetter oder trauen wir uns auch mal an ein konstruktives Glaubensgespräch? Auch mit Andersdenkenden, mit Andersgläubigen?

Sind wir einfach nur „brave“ und „ordentliche“ Christen, die niemanden stören, oder gehen schon mal andere gestärkt wieder von uns weg, weil unser Glaubenszeugnis hilfreich und heilsam war – so wie ein Gespräch mit Jesus am Jakobsbrunnen.

Eingeladen sind wir – von unserem Herrn selbst.
Und damit wir es können, hat er uns seinen Geist geschenkt. Nur tun müssen wir es schon selbst.

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