5. Ostersonntag

Liebe Schwestern und Brüder,

Im heutigen Evangelium hören wir Worte Jesus
beim letzten Abendmahl. Es sind Abschiedsworte an die Jünger: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren und erschrecken, wenn ihr mich morgen am Kreuz hängen seht. Glaubt an Gott und glaubt weiter an mich.“
Es sind Abschiedsworte an die Jünger und es sind Trostworte an die Christen und Christinnen aller Zeiten: „Lasst euch nicht durcheinander bringen vom Kreuz, vom Hunger, vom Krieg, vom Streit in der Welt, vom schweren Schicksal. Glaubt weiter an die Liebe Gottes und glaubt an mich!“
An Jesus glauben, ohne sich erschrecken zu lassen vom Pandemie unserer Zeit. An seine Liebe, an seine Kraft, ohne sich entmutigen zu lassen von den vielen Kriese in dieser Welt, in mir selbst.

Jesus spricht hier ein grosses Wort des Trostes. Und viele Menschen, die ich persönlich kenne, leben diesen Trost. Hier in unserer Pfarrei begegnen mir Menschen, die schwer zu tragen haben am eigenen Schicksal und die trotzdem ein so frisches und glaubwürdiges Zeugnis ablegen von der Nähe Jesu und von der Kraft des Heiligen Geistes! Sie zeigen in ihrer Trauer so viel Gottvertrauen und Lebensmut aus, dass man sich fragt, wo sie diese Kraft hernehmen. In den Worten, die wir gerade von Jesus gehört haben, liegt viel Trost.

Ich lade sie ein, einen Moment lang die Augen zu schliessen und die folgenden Worte vom Kopf ins Herz sickern zu lassen: Jesus spricht sie ganz persönlich zu jedem von uns:
Lass dich nicht verwirren. (kurze Stille)
Glaub an Gott und glaub an mich. (kurze Stille)
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. (kurze Stille)
Ich, Jesus, bereite einen Platz für dich vor. (kurze Stille)
Ich werde dich zu mir holen, damit du da bist, wo ich bin. (kurze Stille)

Anschließend sagt Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Wir haben den Anspruch, diesem Weg des Lebens zu folgen. Dem Weg Jesu folgen ist aber nicht einfach. Ich persönlich kann und möchte ihn nicht alleine gehen. Ich brauche Menschen, die mir Beispiel sind, die Zeugnis geben, die mich weiterbringen im Glauben. Viele gibt es, die vor mir waren und viele, die mit mir gehen, auf die ich meinen Glauben baue.

Wir feiern heute Muttertag. Es ist gut, wenn sich wenigstens am Muttertag alle einmal wieder daran erinnern, was sie ihrer Mutter zu verdanken haben und welchen Dienst die Mütter leisten. Wenn wir selbst vor der Frage stehen, was wir unseren Kindern mitgeben können, dann ist das Wichtigste dieses Gottvertrauen. Die Eltern – und besonders die Mütter sind die ersten und wichtigsten Glaubensboten für die Kinder.

Wir feiern die Gottesmutter als Mutter der Kirche, aber auch unsere leibliche Mutter. Die Gottesmutter ist die neue Eva, die Mutter aller Gläubigen, weil sie durch ihr ‚fiat‘ für alle Menschen die Tür zu Christus aufgemacht hat. Aus diesem Grund hat sie in der Heilsgeschichte eine einzigartige Stellung. Daher wird sie von allen Geschlechtern selig gepriesen.

Was an Maria Großes geschah, wird auch an uns geschehen, wenn wir ‚ja‘ zum Heilsplan Gottes sagen. Da sie bereits vollendet ist, kann sie uns als geistige Mutter immer helfen. Amen.

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