Hl. Mauritius

Die Lebensgeschichte des Hl. Mauritius:

Als die Römer die Nordseite der Alpen sichern wollten, mussten sie gegen aufständische gallische Stämme vorrücken. Dies dürfte um das Jahr 285 gewesen sein.
Unter den Truppen befand sich auch eine Kompanie
– später in den Legenden „Legion“ genannt – aus Theben in Oberägypten, deren Anführer „Mauritius“ genannt wurde, was soviel wie „Dunkelhäutiger“ bedeutet. Ägypten war damals ein tiefchristliches Land.

Das ganze Heer zog unter dem Kommando des römischen Unterkaisers Maximinianus von Oberitalien über den Großen St. Bernhard-Pass und strebte dem Genfersee zu.
Für alle Afrikaner bedeutete diese Alpenüberquerung eine ungewohnte Strapaze. Ziemlich sicher kam es nach dem glücklichen Übergang über den Großen St. Bernhard zu einem der damals üblichen Dankesopfer an die Götter.

An diesen Opfern wollten aber die Christen aus Oberägypten nicht teilnehmen. Dies wurde als Befehlsverweigerung aufgefasst.
Der Kaiser ließ die ganze Kompanie hinrichten, die Befehlshaber mit dem Schwert enthaupten und die gewöhnlichen Soldaten mit Knüppeln erschlagen.
Die Gebeine der Getöteten wurden in einer Grube beigesetzt.

Etwa hundert Jahre später, als das Christentum auch im Wallis Fuß gefasst hatte, erinnerten sich die Bewohner in dieser Gegend an das frühere Gemetzel um des Glaubens willen.
Sie führten den berühmten Bischof Theodul von Octodurus zum Begräbnisort.

Bischof Theodul erhob um das Jahr 380 diese Gebeine feierlich aus der Grube und setzte sie im Schutz einer riesigen Felswand in einer eigens errichteten Kirche bei. Eine solche Handlung kam einer Heiligsprechung gleich.

Diese Kirche am Felsen erlangte gar bald große Berühmtheit.
Im Jahre 515 wurde die Abtei Saint Maurice gegründet,
die bis heute Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger ist.







Hl. Mauritius
Bild des Hl. Mauritius in der Pfarrkirche Nenzing









Hl. Agatha
Bild der Hl. Agatha am Seitenaltar der Pfarrkirche







Hl. Agatha
Bild von der Hl. Agatha im Pfarrhaus Nenzing

Hl. Agatha

Das Martyrium der jungen Christin Agatha geschah Mitte des 3. Jahrhunderts; sie war eine der am meisten verehrten Heiligen der altchristlichen Zeit.
Der Tradition nach soll ihr Festtag, der 5. Februar, auch ihr Todestag gewesen sein.
Agatha entstammte einer reichen und vornehmen Familie in Sizilien; sie war mit faszinierender Schönheit gesegnet, wie die Legenden berichten.
Sowohl Palermo als auch Catania beanspruchen beide,
die Geburtsstadt der großen Märtyrerin zu sein.
Als Quintianus, der Statthalter Siziliens, von Kaiser Decius (249-251) den Befehl zur Christenverfolgung erhielt, buhlte er um Agathe. Nicht nur ihr Liebreiz, sondern auch eine riesige Mitgift war Ziel seiner Begierde, neben dem Ehrgeiz, eine prominente Christin zu „bekehren“ und der Absicht, sein gesellschaftliches Image zu erhöhen.

Decius war der erste römische Kaiser,  der die Christen systematisch verfolgte. Im ganzen Reich ließ er Opferkommissionen einrichten;  es wurde von allen Bürgern verlangt, den Göttern und dem Kaiser ein Weihrauchopfer darzubringen. Dafür erhielt man eine Art Bestätigung, einen Opferausweis. Da Agatha weder das Werben von Quintianus erhörte noch zum heidnischen Opfer zu bewegen war, ließ der Statthalter die Schöne verhaften und vorführen. Doch Agatha blieb abweisend.

Erbost über sein „Abblitzen“, ordnete er an, die Christin einer Frau auszuliefern, die ihre Töchter als Huren feilbot. Hier sollte die Jungfrau vom Pfad der Tugend abgebracht werden und Geschmack an der Unzucht finden.

Da nach 30 Tagen weder gutes Zureden noch Drohungen der Kupplerin das gewünschte Ergebnis brachten, kippte die anfängliche Zuneigung von Quintianus in blanken Hass um.
Er ließ Agatha ins Gefängnis werfen und schlagen, jedoch die Christin blieb stark.
Nie und nimmer wollte sie ihrem Glauben abschwören.

Da griff Quintianus zu einer abscheulichen Methode,
um ihren Willen zu beugen:
Er ließ sie an eine Säule binden und befahl den Schergen, ihre Brüste zu misshandeln und dann mit glühenden Zangen abzureißen.
Eine Versorgung der Wunden untersagte der Grausame.

Die später einsetzende Verehrung Agathas wurzelt  – neben der christlichen Vorbildfunktion für die Standhaftigkeit im Glauben – auch im Mitleid der Gläubigen wegen dieser furchtbaren Schandtat.

Die Legende erzählt, dass nach der Folterung um Mitternacht der Kerker mit himmlischem Glanz erleuchtet wurde und der hl. Petrus Balsam zur Versorgung der Gemarterten reichte.
Am nächsten Tag war Agatha geheilt,
was den Statthalter erst recht in Wut versetzte.

Abermals wurde Agatha dem Statthalter vorgeführt und unter Androhung noch schrecklicherer Qualen zum Abschwören gedrängt, doch Agathas Antwort war eindeutig:
„Ich werde nicht aufhören, Christus mit Herz und Mund zu preisen, so lange ich lebe!“

Auf dieses mutige Bekenntnis hin entblößten die Folterknechte die standhafte Jungfrau und wälzten sie auf glühenden Kohlen,
die mit Glasscherben vermischt waren.
Während dieser Marter begann die Erde zu beben, so dass das Volk herbeilief und zu Quintianus rief:
„Lass ab! Die Götter rächen die Unschuld dieser Christin!“

Agatha wurde in eine Gefängniszelle gebracht,
wo sie ihren schweren Verletzungen erlag.

Ein Jahr nach dem Tode Agathas brach der Ätna aus,
und Catania war in großer Gefahr. Christen hielten Reliquien vorn Grabe der Heiligen, unter anderem ihren Schleier, dem Lavastrom entgegen, worauf die Stadt vom Untergang verschont blieb.
Die Reliquien der Heiligen werden in Catania aufbewahrt und verehrt.