Bibelweg – 6. Station „Vom Dunkel ins Licht“

VOM DUNKEL INS LICHT

Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, damit sie mich leiten

Der Ort, wo wir uns befinden, nennt man das Dunkeltobel. Aufgrund der Bäume ist es hier immer recht schattig, ja fast dunkel, und wenn man um die nächste Kurve fährt, ist es, wenn es sonnig ist, sehr hell. Hier eignet sich also sehr gut das Thema: vom Dunkel ins Licht.

Dieses Thema ist ganz ähnlich wie das Thema bei der letzten Station, wo ja auch nicht nur die Enge das Thema war, sondern: „Von der Enge in die Weite“ so eben hier „Vom Dunkel ins Licht.“ Es geht hier um die Dunkelheiten meines Lebens, um die dunklen Seiten. Im Leben eines jeden Menschen gibt es das Thema „Schuld“, ganz egal, ob es sich um kleine oder auch um größere Schuld handelt. Dieses Thema wird aber in der heutigen Zeit sehr oft totgeschwiegen und darum lohnt es, sich einmal damit zu befassen.

Mit dem Beter von Psalm 43 wollen wir beten: „Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, damit sie mich leiten“ (Ps 43,3). Gott hilft mir, meine dunklen Seiten zu erkennen. Er lädt mich zur Umkehr ein. Mit ihm zusammen können wir unsere dunklen Seiten anschauen, wir müssen sie nicht verdrängen. Er nimmt mich an, so wie ich bin. Hab Mut, dich deinen dunklen Seiten zu stellen!

Vom Dunkel ins Licht – da ist ein, ja sogar das ganz zentrale christliche Thema angesprochen, nämlich Ostern. Ostern ist nicht nur Auferstehung, sondern Ostern ist der Übergang von Jesu Tod zur Auferstehung, der Übergang vom Dunkel ins Licht, von der Enge in die Weite, von der Versklavung in die Freiheit. Weil Jesus lebt, dürfen wir leben.

Dieser Ort mir dem Thema: Vom Dunkel ins Licht, lädt uns ein, Ostern auch in unserem Leben zu entdecken. Wir erleben in unserem Leben viele kleine Tode, aber auch viele kleine Auferstehungen. Und von diesen Auferstehungen, von diesen Ostererfahrungen , lebt unser Leben. Auf Grund von Ostern sind wir gerufen, ein „erlöstes Leben“ zu leben.
Unsere Mitmenschen dürfen ruhig spüren, dass wir erlöste Christen sind. Wir dürfen unser Leben immer im Lichte von Ostern sehen, die hellen und auch die dunklen Seiten unseres Lebens. Ostern ist das Fundament unseres christlichen Lebens. Freuen wir uns darüber!

Zur Meditation:

        Du bist mir Licht,
        wenn es dunkel ist,
        Wärme, wenn ich friere,
        Stärke, wenn ich schwach bin,
        Halt, wenn ich trauere,
        Linderung, wenn ich leide.
        Du bist mir Freude. Ich danke Dir.        Finsternis – Dunkelheit bedeutet:
        –    in der Gottesferne leben
        –    in der Macht des Bösen
        –    in Angst und Verzweiflung
        –    im Abgrund
        –    im Tal des Todes
        –    im Hass und Streit
        –    ohne Glauben
        –    ohne Hoffnung
        –    ohne Liebe

        So, wie die Sonne den Nebel und die Dunkelheit durchbricht; 
        möge unsere Sehnsucht nach Frieden
        Liebe
        Erlösung sein – 
        stärker als alle Dunkelheit und Tod,
        denn in diesem Suchen finden wir Gott.

Fragen und Gedanken für den Weg:

Ich könnte die kommende Wegstrecke zum Anlass nehmen, über meine Schuld nachzudenken.
Was habe ich in der letzten Zeit falsch gemacht?Habe ich schwere Schuld auf mich geladen?
Wäre es vielleicht wieder einmal Zeit für eine Beichte / für ein Beichtgespräch?
Wo habe ich schon Ostererlebnisse gehabt?
Wo habe ich diesen Übergang vom Dunkel zum Licht schon gespürt?
Lebe ich von diesen Ostererfahrungen her?