Bibelweg – 7. Station „Wasser“

WASSER

Du lässt hervorsprudeln die Quellen zwischen den Bergen

Hochbruck nennt man diesen Ort. Von hier aus sieht und hört man das Wasser sehr gut und welcher Psalmvers würde hier besser passen, als jener aus dem Psalm 104:

„Du lässt hervorsprudeln die Quellen zwischen den Bergen“ (Ps. 104,10).

Wer schon einmal in der Wüste gewesen ist oder auch bei uns Trockenzeiten erlebt hat, weiß wie lebenswichtig und auch wie erfrischend das Wasser ist.

Weil das Wasser ein Zeichen für das Leben ist, ist es auch ein Zeichen für Gott.
Gott schenkt nicht nur Leben, er schenkt lebendiges, lebenswertes Leben, wenn ich gottgemäß lebe. Jesus selber sagt: „Wer Durst hat, komme zu mir!“ (Joh 7,37). Gott allein kann unseren Durst, unsere Sehnsucht nach echtem, erfüllten Leben stillen.

In diesem Zusammenhang ist die Taufe zu sehen. Durch das Wasser der Taufe schenkt uns Gott das Leben.
Paulus deutet die Taufe so: „Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben … sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit Ihm leben werden“ (Röm 6,3-4.8-9).
Durch die Taufe sind wir mit hinein genommen ins Erlösungsgeschehen Christi. Durch die Taufe haben wir ganz konkret Anteil an der Auferstehung.

Das Wasser, das zwischen den Felsen herunter kommt, aber auch jenes, das wir auf dem ganzen Weg vom Tal herauf hören, soll uns an die Taufe erinnern und dankbar werden lassen. Wir dürfen dankbar sein, dass wir Christen sind.

Die Taufe (auch die Taufgnade) erneuern wir immer, wenn wir am Sonntag miteinander Eucharistie feiern. Da werden wir jedes Mal wieder von neuem wieder eingetaucht in das Geheimnis von Ostern, in die Erlösung, die uns durch Christus geschenkt ist.

Zur Meditation:

        Was erlebt dieses Wasser bis es im Meer anlangt?
        Wem dient es, bis es die nächste Stufe seines wunderbaren Kreislaufes erreicht?
        Wie viele Menschen löschen ihren Durst damit,
        wie manche Wäsche macht es sauber!
        Wie viele Tiere gehen daran zur Tränke
        und wie manche Pflanzen begießt es!
        Wie viele Turbinen setzt es in Bewegung,
        und wie manchen Stuben bringt es Licht!

        Rüste mich mit deinem Geist aus,
        Du großer Gott über mein kleines Leben,
        damit meine Freude, die Du gesät,
        zur vollen Entfaltung gelangt!
        Umgehen will ich Stolpersteine,
        Mächte im Widerstreit zusammenhalten,
        die Strecke meines Lebens meistern
        mit Deiner Hilfe.
        In mir sollst Du Unglück wenden,
        Segen durch mich spenden,
        Glück in andere Herzen malen,
        Licht von Deinem Lichte strahlen!

Fragen und Gedanken für den Weg:

Aus welchen Quellen lebe ich?
Was schenkt mir Leben?
Was macht mein Leben lebenswert?

Ich könnte Gott auch danken, dafür, dass er mich berufen hat, ein Christ zu sein.
Ich könnte mich auch zurückerinnern an persönliche kirchliche Feste:
Vielleicht kann ich mich noch an die Erstkommunion und an die Firmung (und an die Hochzeit) erinnern.
Vielleicht fallen mir andere tiefgehende Glaubenserfahrungen ein.