Bibelweg – 8. Station „Ausdauer“

AUSDAUER

Er lässt deinen Fuß nicht wanken

Diese Kurve nennt sich „s´ isig Züle“. Nach der Kurve beginnt der „nackige Weg“ obwohl man das Gefühl hat, man ist bald am Ziel, „zieht sich“ der Weg doch noch ein Stück weit bis nach Kühbruck, ein Bild für jene Wegstrecken des Lebens, die eher alltäglich, vielleicht langweilig oder sogar langwierig sind. In jedem Leben gibt es Durststrecken, die es durchzuhalten gilt.

Hier heißt es dann: Auf dem Weg bleiben und Schritt für Schritt weitergehen. Da braucht es etwas, das heute nicht mehr so „in“ zu sein scheint, nämlich Treue. Treue ist in erster Linie ein Geschenk Gottes; Er ist uns treu, Er geht mit uns, an unserer Seite. Er trägt uns sogar, wie die bekannte Geschichte von den Fußspuren es zum Ausdruck bringt. Der Psalmist drückt es so aus: „Er lässt deinen Fuß nicht wanken (PS 121,3). Er stärkt unsere Füße. Das geht sogar soweit, dass Jesus von sich selber sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ (Joh 14,6).

Diese Station und der weitere Weg laden uns ein, über unseren Alltag, über unser alltägliches Leben nachzudenken. Jede und jeder von uns erlebt im Alltag viele kleine schöne Sachen: Selbstverständlichkeiten, die aber helfen, dass ich gut leben kann; Begegnungen mit Menschen, die mir treu zur Seite stehen; das Danke eines Mitmenschen, der mich schätzt. Wir sind zur „Aufmerksamkeit“ eingeladen, so wie Maria auf der Hochzeit zu Kana aufmerksam war, in dem sie Jesus zu handeln gebeten hat und damit das Brautpaar vor Peinlichkeiten bewahrt hat. Merken wir, wenn es unseren Mitmenschen nicht gut geht, wenn sie Trost und Ermutigung brauchen?

Die nötige „Aufmerksamkeit“ braucht es auch, um im Alltag die Spuren Gottes zu entdecken; zu sehen, wo er in meinem Leben am Werk ist. Wer das einmal erfahren hat, der kann nicht anders als ein dankbarer Mensch zu sein.

Zur Meditation:

        Habe einfach den Mut,
        deinen eigenen Weg zu gehen.
        Lass dich nicht von der Mehrheit antreiben
        oder dich von dem beeinflussen,
        was gerade modern ist,
        sondern wage es,
        dich Schritt für Schritt
        jenem Ziel zu nähern,
        das du in dir spürst.

        Immer wieder
        wirst du unterwegs sein,
        Neuland betreten
        und ungeahnte Begegnungen erfahren.

        Folge den vielen Spuren des Lebens,
        aber ohne dabei in fremde Fußstapfen zu treten.
        Du kannst deine eigenen Schritte machen,
        denn dein Weg ist einmalig
        und nicht vorgezeichnet.

        Ich wünsche dir Füße,
        die dich auf den Weg bringen
        zu dem, was wichtig ist,
        und die nicht stehen bleiben
        vor den Schritten, die entscheidend sind.

Fragen und Gedanken für den Weg:

Wie ist mein Alltag?
Ist er langweilig oder kann ich mich an den kleinen Dingen freuen?
Vielleicht denke ich einmal an die letzten Tage: Was war da?
Brauche ich immer „Action“ in meinem Leben,
muss immer etwas los sein?
Welche Bedeutung hat die „Treue“ in meinem Leben?
Wo ist Gott in meinem Leben am Werk?
Bald sind wir am Ziel des Bibelwegs – welche Ziele habe ich in meinem Leben?